Neue Auftraggeber

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Die Neuen Auftraggeber
von Zaria, Nigeria

Fassade in Zaria

© Neue Auftraggeber

Neue Fassade für ein Stadttor

Auftraggeber: Magajin Garin Zazzau (Oberbürgermeister der Stadt Zaria) und Vertreter lokaler Gemeinschaften,

Auftrag: Wir wollen ein Kunstwerk in Auftrag geben, das manifestiert, wie sich unsere geschätzten Traditionen mit dem fortschrittlichen Geist unserer Kultur zu Beginn des 21. Jahrhunderts verbinden.

Mediator: Mudi Yahaya, Alexander Koch,

Künstler: L'atlas,

Hauptförderer: Goethe Institut Lagos,

Zeitraum: 2015 – 2017

Es gibt Situationen, in denen ein Projekt trotz hoher Dringlichkeit wegen äußerer Umstände nicht fortgeführt werden kann. In Zaria verhindern Spannungen um zerstörerische Bewegungen wie Boko Haram die Umsetzung eines Auftrags, der den destruktiven Kräften der Region ein Bewusstsein der kulturellen und wissenschaftlichen Errungenschaften Zarias entgegensetzen möchte.

Zaria ist eine wichtige historische und zeitgenössische Stadt im Zentrum von Nordnigeria. Ihre lange Tradition als spirituelles Zentrum mit einer der ältesten islamischen Universitäten Nordafrikas prägt eine stolze und kulturell reiche Gemeinschaft, politisch vertreten durch den Oberbürgermeister Magajin Garin Zazzau. Als das Bildungszentrum der Nordstaaten verfügt die Stadt über universitäre Institute für Bildung, Wirtschafts- und Sozialstudien, Verwaltung und Gesundheit, landwirtschaftliche Forschung, sowie ein Ausbildungszentrum für Zivilluftfahrt und eine Zweigstelle des Katsina College of Arts, Science, and Technology. Es gibt eine Schule für bildende Kunst und eine Apothekerschule.

Die öffentliche Wahrnehmung Zarias ist jedoch in den letzten Jahren überwiegend von den politischen Spannungen in Nordnigeria und den gewalttätigen und zerstörerischen Bewegungen in der Region, namentlich Boko Haram geprägt. Bürgerinnen und Bürger von Zaira bedauern, dass darüber die Anerkennung ihrer reichen und friedlichen Kultur in Vergessenheit gerät und das Bewusstsein für ihre fortschrittliche, aufgeschlossene Gesellschaft schwindet.

Deshalb möchten die Neuen Auftraggeber von Zaria ein Kunstwerk in Auftrag geben, das in der Lage ist, die moderne Identität Zarias zu Beginn des 21. Jahrhunderts mit einem progressiven Symbol zu unterstreichen.

Die bedeutendste und sichtbarste Manifestation der zariaischen Kultur sind die ornamentalen Fassaden und Innenräume in der Altstadt. Hochqualifizierte Künstler und Handwerker haben über Jahrhunderte hinweg prächtige Wandreliefs geschaffen. Berühmt sind die acht Stadttore, von denen einige besonders reich verziert sind.

Die Auftraggebergruppe schlägt vor, eines dieser historischen Tore für eine Neugestaltung durch eine zeitgenössische Künstlerin oder einen Künstler zur Verfügung zu stellen.

Nach Recherchen schlägt der Mediator Mahammodu Yahaya, dessen Familie selber aus der Region stammt, den französischen Künstler Jules Dedet Granel alias L'Atlas vor. Er hat Kalligraphie in verschiedenen Ländern und Kulturen studiert und so zu einer eigenen Schriftform gefunden, die vor allem im öffentlichen Raum ihren Ausdruck findet. Er wurde als Street Artist für seine bemalten Fassaden und monumentalen Performances bekannt, die er oftmals an historischen Orten realisiert.

Graffiti von L'Atlas in Straßburg

Eine Einladung des Mediators und der Auftraggebergruppe an L’Atlas, vor Ort ein gemeinsames Gespräch zu beginnen und mögliche Orte für eine öffentliche künstlerische Intervention zu besichtigen, scheitert monatelang an der Sicherheitslage in der Region, die keine Reise des Künstlers zulässt. Gleichzeitig verschieben sich die Prioritäten der Auftraggebergruppe auf existentielle Fragen ihres Alltags. Schließlich fällt die Entscheidung, das Projekt nicht weiter zu verfolgen.

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