Die Neuen Auftraggeber von Atteln

Auftraggeber: Heribert Artzt, Sarajuddin Azimi, Juan Berea Gómez-Naveira, Jonas Hansmann


Auftrag: Wir wünschen uns ein Kunstprojekt, das Einsamkeit enttabuisiert und humorvoll behandelt. Es soll sich mit der Rolle der Vereine und der Verantwortung der Gemeinschaft beschäftigen und sie einbeziehen. Es soll Mut machen und Wege aufzeigen, sich in Gemeinschaft zu engagieren. Wir wollen mit dem Projekt unsichtbare Barrieren aufzeigen und aufbrechen und eine nachhaltige Lösung für das Zusammenkommen in Atteln schaffen.


Mediation: Marijke Lukowicz, Sophia Trollmann


Zeitraum: 2026 fortlaufend


Partner: Kulturstiftung des Bundes


Programm: Tanz und Performance im Bürgerauftrag


Bist du einsam? Viele würden diese Frage nur ungern mit Ja beantworten. Einsamkeit gilt oft als persönliches Problem oder sogar als Makel. Dabei zeigen Studien und Alltagserfahrungen gleichermaßen, dass Einsamkeit in einer zunehmend individualisierten Gesellschaft wächst – selbst mit Arbeit, Freundeskreis, Familienleben.

In Atteln im Kreis Paderborn ist Gemeinschaft auf den ersten Blick selbstverständlich. Gut 20 Vereine prägen das soziale Leben der 1.500 hier lebenden Menschen. Mit Festen, Sport, Kultur und Ehrenamt schaffen die Vereine Zusammenhalt und sind für den Ort unverzichtbar. Viele Mitglieder engagieren sich seit Jahren. 

Doch eine große Vereinslandschaft schützt nicht automatisch vor Einsamkeit. Auch in Atteln gibt es Menschen, die sich isoliert oder nicht zugehörig fühlen. Gerade für Zugezogene ist Einsamkeit ein großes Thema. 

Sechs Personen laufen durch eine Straße mit Fachwerkhäusern.

Die Neuen Auftraggeber von Atteln

Foto: Thorsten Arendt
Drei Personen stehen in einem sonnigen Park und unterhalten sich.

Die Neuen Auftraggeber von Atteln

Mit Mediatorin Sophia Trollmann Foto: Thorsten Arendt

„Sich einfach zu jemandem dazustellen – das geht nicht so leicht.“

Aus dem Auftrag

Vier Menschen machen diesen wunden Punkt zum Zentrum eines Auftrags. Die Gruppe vereint Personen mit unterschiedlichen Erfahrungen. Die einen gestalten das Vereinsleben seit Jahren aktiv mit. Andere wissen, wie schwer es sein kann, Anschluss zu finden. 

Gemeinsam beobachten sie, dass Gemeinschaften nicht für alle gleichermaßen zugänglich sind. Wer Familie im Ort hat, die Sprache sicher spricht oder bereits Menschen kennt, findet oft leichter Anschluss. Andere stoßen auf Hürden, ungeschriebene Regeln und Erwartungen oder wissen schlicht nicht, wie sie dazugehören könnten. 

Die Neuen Auftraggeber von Atteln beauftragen deshalb ein Kunstprojekt, das dem Thema Einsamkeit ohne Scham begegnet. Es soll Mut machen und neue Zugänge, Begegnungen und Formen des Miteinanders ermöglichen.  
 

Vier Personen sitzen an einem Holztisch mit zwei Schalen Erdbeeren und mehreren Blättern. Sie schauen auf die Blätter und eine Person klatscht in die Hände.

Die Neuen Auftraggeber von Atteln

Auftragsunterzeichnung, 28. Mai 2026, Atteln Foto: Thorsten Arendt
Zwei Personen sitzen an einem Holztisch mit einer Schale Erdbeeren und  mehreren Blättern mit Text. Eine Person unterschreibt auf einem Blatt.

Die Neuen Auftraggeber von Atteln

Auftragsunterzeichnung, 28. Mai 2026, Atteln Foto: Thorsten Arendt
Zwei Personen stehen in einem Raum mit Holzmöbeln. Sie haben jeder ein Glas in der hand und lächeln in die Kamera.

Die Neuen Auftraggeber von Atteln

Auftragsunterzeichnung, 28. Mai 2026, Atteln Foto: Thorsten Arendt

„Einsamkeit soll zum Ausgangspunkt eines Kunstprojekts über Verbundenheit werden.“

Aus dem Auftrag

Das Werk soll Menschen einbeziehen, die bisher keinen Platz in Vereinen oder Gemeinschaften gefunden haben. Zugleich soll es die bestehenden Vereine dazu einladen, über ihre Rolle und ihre Zukunft nachzudenken. Denn obwohl viele Menschen in Atteln in Vereinen organisiert sind, wird es zunehmend schwieriger, neue Mitglieder zu gewinnen, die sich langfristig engagieren und Verantwortung übernehmen. 

Lokales Wissen über die Entstehung und den Erhalt von Gemeinschaften soll durch die beauftragte Arbeit sichtbar gemacht, reflektiert und weiterentwickelt werden. Langfristig soll die Arbeit über das Dorf hinaus auch für anderen Gemeinden mit ähnlichen Fragen Impulse geben. Gemeinsam mit den Mediatorinnen Marijke Lukowicz und Sophia Trollmann suchen die Neuen Auftraggeber von Atteln nun nach einer passenden künstlerischen Persönlichkeit.

„Atteln soll ein Dorf werden, das für seinen offenen und humorvollen Umgang mit dem Thema Einsamkeit bekannt ist.“

Aus dem Auftrag