Die Neuen Auftraggeber von Künzing

Auftraggeber*innen: Carina Bachl, Manuela Bruckmeier, Daniela Feilmeier, Cordula Fischer, Johann Haböck, Christine Kastenmeier, Elisabeth Kühmeier, Josef Kühmeier, Karin Sedlmeier, Martina Vogl, Kathrin Zitzlsperger


Auftrag: Wir wollen, dass unser Ort Künzing kein reiner Ort für den Durchgangsverkehr bleibt, sondern zu einem Verweilort wird. Künzing hat eine bedeutende Geschichte, die aber für viele Menschen unsichtbar bleibt. Das soll sich ändern! Wir möchten, dass die römische Geschichte von Künzing auch außerhalb unseres Museums sichtbar und begreifbar wird. Bei Einheimischen wie Durchreisenden soll ein Bewusstsein für das Welterbe in Künzing erweckt werden. Dafür wünschen wir uns Flächen im Ortskern, auf denen das Welterbe Donaulimes in Künzing durch Spiel und Bewegung erlebt werden kann.


Mediator: Roman Weindl


Künstler: Hanns-Martin Wagner


Zeitraum: Seit 2023


Partner: Gemeinde Künzing, Museum Quintana – Archäologie in Künzing, Museumsverein Künzing, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege


Wer heute durch Künzing fährt, ahnt kaum, worüber er fährt: Unter dem Ortskern der niederbayerischen Gemeinde liegen die Überreste des römischen Kastells Quintana und seiner Zivilsiedlung, zu der auch ein hölzernes Amphitheater gehörte – eine archäologische Sensation, die 2003 bei Ausgrabungen entdeckt wurde und bis heute eines von nur zwei archäologisch gesicherten Holzamphitheatern in Deutschland ist. 

Seit Juli 2021 gehören diese Bodendenkmäler zum UNESCO-Welterbe „Grenzen des Römischen Reiches – Donaulimes (westlicher Abschnitt)“. Zu sehen ist davon jedoch fast nichts: Wie an vielen Stationen des bayerischen Donaulimes markiert nur eine stilisierte hölzerne Teilrekonstruktion das ansonsten unsichtbare Welterbe.

Die Neuen Auftraggeber von Künzing wollen das ändern. In ihrem Auftrag heißt es:

„Wir wünschen uns Flächen im Ortskern, auf denen das Welterbe Donaulimes in Künzing durch Spiel und Bewegung erlebt werden kann.“

Aus dem Auftrag

Die Neuen Auftraggeber von Künzing

Die Neuen Auftraggeber von Künzing

Ortsbesichtigung mit Künstler Hanns-Martin Wagner

Den Anstoß für das Projekt gab die Aufnahme des Donaulimes in die Welterbeliste. 2022 beauftragte der Gemeinderat den Leiter des Museums Quintana, Dr. Roman Weindl, ein Bürgerbeteiligungsprojekt zur Sichtbarmachung des Welterbes zu entwickeln. Über die Welterbekoordination wurde die Gemeinde auf das Handlungsmodell der Neuen Auftraggeber aufmerksam. Weindl ließ sich in einem Mentoring-Programm bei Mediator Holger Friese in die mediatorische Praxis einführen; parallel fand sich bei zwei öffentlichen Veranstaltungen eine Gruppe von neun Auftraggeberinnen und zwei Auftraggebern zusammen. In mehreren Gesprächsrunden erarbeitete die Gruppe ihren Auftrag – die Grundlage für die Suche nach einer passenden Künstlerpersönlichkeit.

Im Herbst 2025 fiel die Wahl der Gruppe auf Hanns-Martin Wagner. Der Schweizer Künstler beschäftigt sich in seiner Arbeit mit Kinetik und Spiel; interaktive Kugelbahnen, die er mit seiner Sinnwerkstatt für Museen und öffentliche Räume realisiert, spielen darin eine zentrale Rolle. Er wurde der Gruppe vom Mediator vorgeschlagen, da seine Arbeitsweise auf besondere Weise zu einem Auftrag passt, der das Welterbe durch Spiel und Bewegung erfahrbar machen will. Beim ersten Ortstermin besuchte Wagner das Museum und die Auftraggebergruppe und besichtigte mit ihr das Freigelände hinter dem Museum, auf dem das Kunstwerk entstehen soll.

Die Neuen Auftraggeber von Künzing

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Kinder und Bürgermeister Siegfried Lobmeier bei der Kugelbahn von Hanns-Martin Wagner
Die Neuen Auftraggeber von Künzing

Die Neuen Auftraggeber von Künzing

Auftraggeber*innen, Bürgermeister Siegfried Lobmeier und Kinder vor Hanns-Martin Wagners Kugelbahn

Weil sich die Auftraggeber:innen eine rasche Umsetzung wünschten – schon im Sommer 2026 sollte in Künzing etwas passieren –, wurde eine Leihgabe organisiert: eine interaktive Kugelbahninstallation, die 2023 anlässlich des Jubiläums „500 Joor zämme“ von Basel und Riehen entstand. So lässt sich zugleich erproben, ob die Arbeitsweise des Künstlers hält, was sich die Gruppe erhofft: einen Anziehungspunkt zu schaffen und Menschen in Bewegung zu setzen. Dank der Finanzierung durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege und den Museumsverein Künzing ist die Installation nun ein Jahr lang auf dem Freigelände hinter dem Museum Quintana zu erleben – und zieht dort bereits Schulklassen und Familien an.

2027 folgt der nächste Schritt: Auf Grundlage der konkreten Wünsche der Auftraggebergruppe entwickelt Hanns-Martin Wagner einen künstlerischen Entwurf, der anschließend realisiert werden soll. So soll aus dem unsichtbaren Welterbe ein Ort werden, der Einheimische wie Durchreisende zum Anhalten, Spielen und Verweilen einlädt.

Die Neuen Auftraggeber von Künzing

Die Neuen Auftraggeber von Künzing

Ortstermin der Auftraggebergruppe mit Künstler Hanns-Martin Wagner und Mediator Roman Weindl