Die Neuen Auftraggeber von Golzow
Foto: Victoria TomaschkoDie Neuen Auftraggeber von Golzow
Auftraggeber*innen: Ralph Anders, Petra Bozzo, Janina Briesemeister, Doreen Hahn, Carolin Hartinger, Manuela Hartinger, Cindy Kowalzik, Marina Krüger, Tom Sterly, Ulrike Wagner, Anke Wulff
Auftrag: Unsere Dorfgemeinschaft ist zerbrechlich – geprägt von alten Verletzungen und einem Alltag, der uns immer weniger zusammenbringt. Wir wünschen uns ein Kunstprojekt, das Menschen in unserem Dorf zusammenbringt, die sich sonst aus dem Weg gehen: kein gemeinsames Feiern, sondern gemeinsames Tun – etwas, das wir gemeinsam erschaffen, das uns trägt und in die Zukunft wirkt.
Mediatorin: Sophia Trollmann
Zeitraum: Seit 2025
Träger: Fachgebiet Stadtplanung der BTU Cottbus-Senftenberg im Rahmen von Innovation im Dorf durch Kunst und Dialog
Partner: Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat (BMLEH)
Golzow im Oderbruch ist über die Region hinaus bekannt – durch Die Kinder von Golzow, die Langzeitdokumentation, die Winfried und Barbara Junge zwischen 1961 und 2007 gedreht haben. Wer heute im Urlaub erzählt, aus Golzow zu kommen, erlebt oft dieselbe Reaktion: „Ach, aus DEM Golzow?" Viele im Dorf sind stolz darauf – auch jene, die selbst nie vor der Kamera standen. Die Filme zeigen Menschen, die das Dorf bis heute prägen. Und sie erinnern an etwas, das vielen heute fehlt: einen starken Dorfzusammenhalt.
Man lebt aneinander vorbei, kennt sich kaum noch. Die Gründe dafür sind vielfältig: alte Wunden, die nie richtig verheilt sind, aber auch eine veränderte Arbeitsrealität. Wer den ganzen Tag unterwegs ist und abends erschöpft nach Hause kommt, hat wenig Kraft, sich einzubringen. Viele schotten sich zunehmend ab, kennen die eigenen Nachbarn kaum noch – und die Hürde, zu einer Veranstaltung zu gehen, wird immer größer. Ein Teufelskreis: Viele wünschen sich mehr Zusammenhalt und sagen im selben Atemzug: „Nagel mich nicht fest, ich habe keine Kapazitäten für neue Verpflichtungen." Der Dorfgemeinschaft fehlt die Routine – man ist aus der Übung gekommen.
„Alte Enttäuschungen machen es schwer, aufeinander zuzugehen.“
Aus dem Auftrag
Die Neuen Auftraggeber von Golzow
Ansicht von Golzow Foto: Victoria Tomaschko
Die Neuen Auftraggeber von Golzow
Ansicht von Golzow Foto: Victoria Tomaschko
Die Neuen Auftraggeber von Golzow
Foto: Victoria TomaschkoDabei wissen die Menschen in Golzow genau um den Wert von Zusammenhalt: Er ist für sie selbst ein Grund für Glück. Man fühlt sich wohl, wenn man gesehen und angenommen wird – und das beginnt im Kleinen, schon beim Grüßen. Wer einmal nicht gegrüßt wird, grüßt beim nächsten Mal selbst nicht mehr.Und manche Herausforderungen kann ein Dorf nur gemeinsam lösen. Mit Energiewende, Klimawandel und neuen Technologien stehen Veränderungen an, die alle betreffen. Wie aber sollen neue Ideen gelingen, wenn man sich gegenseitig nicht wertschätzt und vertraut?
Genau aus diesem Wunsch heraus hat sich eine Gruppe von Auftraggeber*innen zusammengefunden – Menschen, die sonst kaum miteinander zu tun haben und sich im Laufe des Prozesses selbst erst richtig kennengelernt haben. Ihre Zusammenarbeit ist damit schon ein kleiner Vorgriff auf das, was sie sich für das ganze Dorf wünschen.
Golzow soll wieder zusammenwachsen. Statt gemeinsamer Feiern wünschen sich die Auftraggeber*innen etwas, das gemeinsam entsteht und getragen wird – die eigene Erfahrung zeigt: Gerade das gemeinsame Tun verbindet stärker als jedes Fest.
Die Neuen Auftraggeber von Golzow
Auftragsunterzeichnung, 29. Juni 2026, Golzow Foto: Victoria Tomaschko
Die Neuen Auftraggeber von Golzow
Auftragsunterzeichnung, 29. Juni 2026, Golzow Foto: Victoria Tomaschko
Die Neuen Auftraggeber von Golzow
Auftragsunterzeichnung, 29. Juni 2026, Golzow Foto: Victoria Tomaschko
Die Neuen Auftraggeber von Golzow
Mediatorin Sophia Trollmann (Mitte) zur Auftragsunterzeichnung bei den Auftraggeber*innen, 29. Juni 2026, Golzow Foto: Victoria Tomaschko„Golzow soll ein Dorf werden, das wieder zusammenwächst, laut ist und in Bewegung.“
Aus dem Auftrag
Die Neuen Auftraggeber von Golzow
Foto: Victoria Tomaschko